Das Rapid im Familienalltag

Wir, eine Familie aus Tübingen mit zwei kleinen Kindern, hegten schon lange den Wunsch, das alltägliche Leben autofreier zu gestalten und eine entsprechende Alternative für den Transport zu finden von zwei kleinen Kindern samt "alltäglichem Zubehör" wie Spielzeug, Kindergartenrucksäcke, Windeln und auch mal ein Laufrad, ebenso wie für Einkäufe und kleinere Lasten. Und dazu sollte dies noch bequem sein - für uns Erwachsene, die in die Pedale treten sollten, genauso wie für die Kinder.

Wir entschieden uns im Mai 2018 für das Rapid von der Radkutsche.
Unsere Wahl fiel unter anderem auch deswegen darauf, da wir die Radkutsche als regionalen Anbieter unterstützen und als Ansprechpartner vor Ort haben wollten, aber natürlich auch, weil uns Aussstattung(-smöglichkeiten) und das Angepasstsein auf die Gegebenheiten vom "Schwabenländle" sehr zusagten.

Als Ausstattung wählten wir die Wanne mit vier Sitzplätzen (zwei Bänke), die Magura MT5e Bremsen, den Gepäckträger, den 15Ah Akku und das klappbare VELTOP-Regenverdeck.

Nach einem Probefahren, das sehr freundlich vor Ort ermöglicht und begleitet wurde, hilfreichem Austausch zur Auswahl der Ausstattung und dem letztendlichen Zusammenstellen des "Gesamtpakets" freuten wir uns auf die Fertigstellung unseres Rapids!

Unser Rapid konnten wir im September 2018 entgegennehmen, als sich der wunderbare Sommer schon dem Ende zuneigte.

Es zeigte sich allerdings schnell, dass das Rapid nicht nur für die Sonnenmonate, sondern genauso auch für den Herbst und Winter sehr geeignet ist. Wir integrierten es nahtlos in unseren Alltag, insbesondere das Hinbringen und Abholen der Kinder vom Kindergarten per Lastenfahrrad wurde praktisch täglicher Bestandteil. Die Kinder fühlten sich von Anfang an sehr wohl in "ihrer Wanne" und aufgerüstet mit kuscheligen Sitzbezügen und warm eingepackt in Decken war auch das Fahren im Winter gut möglich. Auch für größere Einkäufe oder zum Transport von Alt- oder Pfandglas ist das Lastenfahrrad sehr nützlich. Insbesondere da man - obwohl größer als ein normales Fahrrad - dennoch überall durchpasst und man dirket vor dem Supermarkt oder Altglascontainer halten kann ohne lästige und zeitraubende Parkplatzsuche. 

Mit dem Ständer ist auch sichergestellt, dass das Rapid sicher steht und nicht kippt. Auch auf leicht schiefen oder matschigen Untergründen hatten wir nie Probleme mit der Standsicherheit des Rapids. 

Durch den Umzug in ein neues Zuhause in Hanglage überwinden wir nun täglich mehrfach gute 120 Höhenmeter. Hier macht sich der starke Motor des Rapids und der größere Akku bezahlt. An wirklich steilen Stellen wünschen wir uns bei voller Beladung manchmal noch ein bisschen mehr Power oder einen niedrigeren Gang in der stufenlosen Nuvinci 380 Gangschaltung. Dies haben wir für unsere täglichen Strecken dadurch gelöst, dass wir etwas längere Strecken, abseits des Straßenverkehrs und mit geringerer Steigung beim Bergauffahren wählen. Die stufenlose Gangschaltung wollen wir auch insbesondere deshalb nicht mehr missen, weil sie sich während das Rapid steht schalten lässt. So können wir an der Ampel die Gangschlatung vor dem Anfahren in die leichteste Übersetzung drehen.

Insgesamt würden wir allerdings auch schon bei 120 Höhenmetern eher zum größten Akku mit 23 Ah raten, da wir bei für uns alltäglicher Beladung mit zwei Kindern und Gepäck meist zwei bis drei Aufstiege schaffen und dann den Akku zum Laden anschließen müssen.

Da wir uns als Erwachsene beim Fahren des Rapids abwechseln - einer bringt die Kinder hin, der andere holt sie wieder ab - haben wir unser Rapid um eine hydraulisch verstellbare Sattelstütze mit kleinem Hebel unter dem Sattel ergänzt. Wir haben uns die Kind Shock Dropzone 125/385 mm Dropper Post without Remote zugelegt. Wichtig ist, dass die Sattelstütze den richtigen Rohrdurchmesser hat und der Hub ausreicht. Wir haben einen Hub von 12,5cm und der passt für uns ziemlich perfekt. 

Was gibt es sonst noch zu sagen: Der linke Außenspiegel ist sehr nützlich und wenn man sich erstmal an ihn gewöhnt hat, möchte man nicht mehr ohne ihn fahren. Die Beschleunigung an der Ampel und die gut erreichbare Geschwindigkeit von guten 25 km/h machen das Mitfahren im Straßenverkehr in 30er Zonen sehr angenehm. Der Verschleiß der Bremsbeläge ist wie erwartet höher als bei einem normalen Fahrrad. Der Wechsel der Bremsbeläge ist aber auch eventuell selbst durchzuführen. 
Insgesamt sollte man damit rechnen, dass die Wartungskosten etwas höher sind, als bei einem normalen Fahrrad. Sie sind aber gleichzeitig deutlich niedriger als beim Auto, welches wir uns im Alltag momentan sparen.

Insgesamt fühlt sich das Fahren des Rapids wie die Zukunft der Mobilität für uns an. Wir können auf das Auto selbst im Herbst, Winter und Frühling weitgehend verzichten, trotz relevanter Höhenunterschiede und teils widriger Wetterbedingungen. Das Rapid hat auch bei Eis und Schnee eine sehr ruhige und stabile Fahrdynamik ohne träge zu wirken.
Und die einzige CO2-Belastung sind unsere Atemgase und der produzierte Feinstaub beschränkt sich auf den Abrieb der Bremsbeläge und der Reifen.

Die Zukunft ist jetzt!