Radkutsche Best practice: Kindertransport im RAPID

Kindertransport im RAPID

Die Eingangsfrage, die sich für meine Frau und mich stellte lautete: Gibt es eine Möglichkeit zwei Kinder und ein Baby in einem Lastenrad zu transportieren? Oder müssen wir jetzt wieder mehr Autofahren?
Nach einiger Recherche war die Antwort klar. Mit einer Radkutsche sollte es klappen.

Mit zwei Kindern hatten wir uns noch für ein Longtail entschieden, da uns alle getesteten Longjohn Räder nicht so getaugt hatten (und wir Radkutsche noch nicht auf dem Schirm hatten).

Um das Familienauto möglichst viel stehen zu lassen, vereinbarten wir ein Probefahrt, wurden super beraten und haben uns für eine wunderschöne und als Jobrad leistbare Variante entschieden.

Mit dem Adapter für die Babyschale und der erhöhten Anbringung, können wir nun das Baby sicher mit dem Rad transportieren. Die beiden „Großen“ (3&5 Jahre) können ihre Beine unter die Babyschale strecken.

So starteten wir im Herbst und sind über das Winterhalbjahr tatsächlich 1100km gefahren. Viel Kurzstrecke in den Kindergarten. Mit Rucksäcken und Outdoorklamotten bepackt. Und einige Male wurde auch ein befreundetes Kind mit abgeholt. Dann haben wir einen Kindersitz auf den Gepäckträger montiert und vier Kinder transportiert. Ein wahres Lastenrad!
Über den Winter war auch das Verdeck Gold wert. Mit Kuscheldecke fanden es die Kinder wunderbar gemütlich und haben sich nur aufgrund eines fehlenden Soundsystems hin und wieder das Auto herbeigewünscht.
Für meine Frau und mich war die kurze Strecke mit dem Rad so viel angenehmer zu bewältigen als mit dem Auto, dass wir selbst bei Eis und Schnee nicht auf die Radkusche verzichten wollten. Das Fahrverhalten ist nach einer kurzen Eingewöhnung so stabil und vertrauenerweckend, dass wir uns das Fahren auch bei schlechten Verhältnissen ohne weiters zutrauten. Also wurden kurzerhand Spikes montiert. Hier habe ich den einzigen Kritikpunkt der sonst sehr überzeugenden Konstruktion. Beim Wechsel des Hinterrades musste ich die Schaltung lösen, da es mir selbst mit abgelassener Luft nicht gelang das Rad auszubauen. Vielleicht Übungssache aber auf jeden Fall nicht so toll.

Neben der Kurzstrecke in den Kindergarten sind wir viel aus unserem Teilort in das Stadtzentrum hinunter gefahren. Und natürlich wieder hoch. Ca 3 km am Stück Steigung. Die Magura machen es gut mit, der Belagverschleiss ist aber schon ordentlich. Bei ähnlicher Topografie und Beladung sollte man sich überlegen, die „großen“ Bremsen zu nehmen. Als eine der ersten konnte bei uns der neue Bosch Antrieb verbaut werden, der in Verbindung mit der Kettenschaltung klasse Arbeit leistet und steile Abschnitte mit hoher Zuladung ohne Probleme meistert.

Mit dem Frühling kamen die ersten Touren und Distanzen von 40km sind mit einer Akkuladung (725Wh) drin.

Wir planen schon den ersten Camping/Fahrradurlaub und freuen uns auf viele tausend Kilometer toller Erlebnisse und unkomplizierter Alltagsbegleitung in den nächsten Jahren.

Wenn ihr es euch irgendwie leisten könnt: kauft euch eine Radkutsche, nutzt sie und werdet damit glücklich.