Neues Familienmitglied: das Rapid

Im Sommer 2019 kam in uns die Idee auf, zukünftig ein Auto zu ersetzen und stattdessen ein Lastenrad zu nutzen. Drei Kinder sollten auf diese Weise mit uns mobil sein. Der Älteste (10) sollte selbst fahren. Aber die anderen beiden (sechs und ein Jahr alt) sollten im Lastenrad neben Einkäufen etc. transportiert werden.

2011 zogen wir von der Kleinstadt aufs Land am Rande der Wildeshauser Geest. Klingt nicht nach besonderen Steigungen, die man als Radfahrer zu meistern hat, umso überraschter waren wir, als wir merkten, dass die zwischen 6 und 8 Kilometer langen Strecken zwischen den Ortschaften unserer Gemeinde aus Radfahrerperspektive doch etliche Steigungen bereithielten. Zudem wollten wir im Vergleich zum Auto nicht deutlich langsamer unterwegs sein. Somit sollte das Rad auf jeden Fall motorisiert sein.

Mit dem Gedanken für mehr Fahrstabilität und Sicherheit ein vorne dreirädiges Rad zu kaufen, fuhren wir beim Lastenrad-Händler Probe und stellten sofort fest, dass diese Dreiräder ein schwieriges Kurvenverhalten haben, an abschüssigen Straßen diese Schrägen „mitfahren“ und zudem jedes Schlagloch der zumeist alten Fahrradwege erwischen. Vom Zweirad schließlich überzeugt merkten wir aber zudem schnell, dass wir bei den etwas günstigeren Modellen auf so manchen Fahrkomfort oder Stauraum verzichten müssten. Aber als reeller Autoersatz durfte das Rad keine Kompromisslösung sein.

Tatsächlich als letztes entdeckten wir die Radkutsche und waren sofort begeistert. Die Anfahrhilfe erspart uns jegliches Kippeln zu Beginn der Fahrt. Der leistungsstarke Motor in der vorderen Narbe gibt unmittelbar Schub und kann je nach Sportlichkeit oder Beladung leicht oder voll unterstützen. Der Akku sitzt etwas geschützt unter der Wanne, ist dennoch leicht zugänglich und raubt keinen Platz. Der Stahlrohrrahmen und die zugehörige Wanne sind sehr solide und funktional ohne ein störendes oder überflüssiges Drumherum. Die bequeme Sitzbank mit hohen Rückenlehnen überzeugte die Kinder sofort. Am zusätzlichen Gepäckträger fährt immer eine Tasche mit, in der Warnweste, das große Kettenschloss, die Helmmütze und die Regenkleidung verstaut und somit immer verfügbar sind. Brauchen wir noch mehr Stauraum, hängen wir noch eine zweite Tasche an den Gepäckträger. Wegen der langen ländlichen Strecken, die meist schlecht, streckenweise gar nicht beleuchtet sind, haben wir uns für das hellere Licht (80 Lux) entschieden.

Ungewohnt war gerade zu Anfang die Länge des Rades. Wir mussten uns an einen großen Wendekreis gewöhnen (der allerdings nur beim Rangieren ins Gewicht fällt). Zudem hatten wir das Gefühl, dass der mittlere Bereich des Rades in der Dunkelheit schlecht zu erkennen ist, zumal Autofahrer nicht unbedingt mit einem solchen Gefährt im Straßenverkehr vertraut sind. Also klebten wir an die langen Seiten der Wanne einen Reflektorstreifen. Im Schuppen findet das Rad aufgrund seiner Länge keinen Platz, sodass es draußen parkt und durch eine Faltgarage geschützt ist. Außerdem unterstützen zwei kleine Rückspiegel die Sicht nach hinten, da der Blick über die Schulter bei einem so großen Gefährt auch nicht so einfach ist...

Seit November gehört das Rapid nun zur Familie und wir sind einfach glücklich. Das VAUDE-Regenverdeck ist seitdem montiert und hält den Sitzbereich für die Kinder nicht nur trocken, sondern zusätzlich warm. Durch die große Öffnung an der rechten Seite können die Kinder bequem ein- und aussteigen. An der langen Mittelstange haben wir ein Akkulicht befestigt, dass den Innenraum in den dunklen Wintermonaten für das Ein- und Aussteigen, aber auch während der Fahrt, wenn die Kinder in Bücher schauen wollen, erleuchtet.

Noch sind wir im Ort nur die zweite Familie mit Lastenrad. Ständig werden wir auf das Rad angesprochen, ernten erstaunte Blicke und fröhliche Zurufe. Unser ältester Sohn ist stolz die Strecken parallel auf seinem eigenen Rad zu meistern. Wir freuen uns über ein sehr solides, funktionales und mit hochwertigen Komponenten ausgestattetes Rad und sind glücklich umweltbewusst und somit zukunftsorientiert unterwegs zu sein und damit einen weiteren Beitrag für eine gute Zukunft unserer Kinder leisten zu können.