Unser Weg zum Rapid: Teil 1 (von 4)

Auf ins Abenteuer - Lastenrad statt Auto

Gemeinsam mit unserem Vierbeiner sind wir kürzlich als dreiköpfige Familie in die Natur gezogen. In der Großstadt brauchten wir nicht einmal ein Auto, doch in der ländlichen Region war es selbst mit einem Auto schon manchmal etwas knapp. Es musste also noch ein weiteres Transportmittel her - aber welches?

Zweitwagen, Fahrradanhänger oder Lastenrad?

Uns war eins klar: Wir wollten die Umwelt nicht zusätzlich belasten und vor allem in Zeiten von Corona mehr für unsere Gesundheit tun. Also war der Zweitwagen schon einmal aus dem Rennen. Die Idee vom Lastenrad fanden wir schon immer reizvoll, waren aber preislich bisher noch etwas davon abgeschreckt. “Ein Fahrradanhänger tut es doch auch”, dachte ich. Wir hatten das große Glück, von unseren Nachbarn einen ausborgen zu dürfen, um zu sehen, wie gut wir damit zurechtkämen. Und nach nicht einmal 10 Minuten Fahrt ertönte es von hinten: “Ich will raus, ich kann nichts sehen!”... Damit war das Thema dann schnell geklärt ;)

Welches Lastenrad könnte zu uns passen?

Zunächst stand die generelle Frage im Raum: Brauchen wir ein Lastenrad mit zwei oder mit drei Rädern? Intuitiv sagte mein Bauch: “Auf jeden Fall drei, das ist wesentlich stabiler”. Gesagt getan führte uns meine erste Recherche zu Babboe. Die Lastenräder sahen in der Holzoptik ansprechend aus und die günstige Anschaffung hatte mich sofort in den Bann gezogen - also auf zum nächstgelegenen Vertragshändler.

Die Dreirad-Theorie in die Praxis umsetzen

Mit einer Probefahrt wollten wir uns davon überzeugen, ob die Dreirad-Varianten von Babboe (z.B. Big-E oder Carve-E) für uns geeignet sein könnten. Wir durften auf dem Parkplatz beide Räder Probe fahren und haben mehrere Runden wie Fische im Aquarium unsere Kreise gedreht. Dabei habe ich eine für mich überraschende Erkenntnis gewonnen: Sobald ich abbiegen wollte, hat sich die Fliehkraft sehr stark bemerkbar gemacht und ich hatte das Gefühl, samt Rad aus der Kurve zu fallen. Mit der Neigetechnik der Carve Variante ging es schon leichter um die Kurve. Aber da sich das Rad entsprechend der eigenen Gewichtsverlagerung auch auf gerader Strecke nach links oder rechts neigte, war dies für mich persönlich eine ziemlich wackelige Angelegenheit, sodass mein genereller Wunsch nach Stabilität von beiden Dreirad-Modellen leider nicht erfüllt werden konnte.

Probefahrt, Probefahrt, Probefahrt

Auch beim Kauf eines Lastenrades haben wir festgestellt, dass doppelt Probe gefahren besser hält ;) Und so haben wir uns durch mehrere Lastenrad Modelle getestet und dabei herausgefunden, dass jedes Lastenrad ganz individuelle Fahreigenschaften mit sich bringt. Einige Zweirad-Modelle waren tatsächlich wie eingangs vermutet sehr instabil zu fahren. Zum Beispiel gab es Modelle, die für mein Gefühl eine unangenehm verzögerte Lenkung hatten, wie das Urban Arrow. Kurzfristig verliebt hatten wir uns in das Load 75 von Riese & Müller, weil das Fahrgefühl klasse war und dem eines normalen Fahrrades sehr ähnelte. Doch das Feuer erlosch schnell wieder als wir den Preis sahen, der ein großes Sparschwein erforderte... Wir wussten nun aber eins: Wir brauchten ein Lastenrad, das mindestens genauso gute Fahreigenschaften wie das Load 75 hat, aber günstiger in der Anschaffung ist. Und so kamen wir zum Rapid :)

Händler des Vertrauens

Auf der Suche nach einem nächstgelegenen Radkutsche Händler sind wir bei Kellerharrer Customs in Nürnberg gelandet. Und wir waren total begeistert: sowohl vom Rapid als auch von Kellerharrer! Der Geschäftsführer Stefan Berthold (s. Bild :)) hat sich erstaunlich viel Zeit für uns genommen und das Rapid mit Knowhow und Leidenschaft bis ins kleinste Detail erklärt. Wir durften das Lastenrad ausgiebig mehrere Kilometer lang testen und das nicht nur auf glattgebügeltem Asphalt, sondern auf einer von uns frei gewählten Strecke über Stock und Stein, bei der wir ein gutes Gefühl für den realen Einsatz im Alltag bekommen konnten. Sogar nach Ladenschluss wurden wir von Stefan beraten: Gemeinsam hat er mit uns herauskristallisiert, welche Konfiguration wir anhand unseres Einsatzwunsches benötigen und half uns somit, unser ganz eigenes, individuelles Lastenrad zusammenzustellen. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle, eine bessere Beratung hätten wir uns nicht wünschen können!

Bald ist Nikolaus Abend (und Lastenrad Rapid) da

Spätestens am Nikolaus Abend werden wir mit unseren frisch geputzten Stiefeln auf unser neues Lastenrad steigen. Mir war anfangs gar nicht bewusst, dass jedes Radkutsche Rad erst auf Kundenwunsch hin hergestellt wird. Dies bringt zwar eine etwas längere Lieferzeit mit sich (aktuell ca. 12 bis 14 Wochen), aber wenn man diese einmal überstanden hat, darf man sich auf sein individuelles, den eigenen Bedürfnissen angepasstes Lastenrad freuen. Ob sich die Wartezeit gelohnt hat, werden wir in unseren kommenden Blog Posts berichten ;)

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal :)

Christina